Gesundheit

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Sporteln im Freien

Kaum gibt es die ersten kalten Tage, tauchen auch schon die üblichen Ausreden wie „Mir ist es zu kalt, zu finster, zu nass …“ auf. Um den inneren „Schweinehund“ zu überwinden, kostet es meist eine tüchtige Portion Motivation, um nicht doch lieber vor dem Fernseher zu landen.

Der Gedanke, seine über den Sommer aufgebaute gute Kondition und Fitness wieder gegen den drohenden Winterspeck einzutauschen, verursacht jedoch auch ziemliches Unbehagen. Mit den folgenden Tipps wird das Outdoortraining auch in der kalten Jahreszeit zu einem gesunden und wohltuenden Erlebnis.

Warum mache ich das eigentlich?

Die richtige Einstellung bringt’s! Jammern Sie nicht über das schlechte Wetter, sondern freuen Sie sich über die frische, klare Luft! Sie sind die Bewegung im Freien gewohnt und brauchen das Auspowern für Körper und Seele. Es tut Ihnen gut, es entspannt und bringt Wohlbefinden — auch wenn das Wetter einmal nicht allzu angenehm ist.

Schützen Sie Ihren Kopf!

Der empfindlichste Teil des Körpers — immerhin geht über den Kopf die meiste Körperwärme verloren — gehört auf alle Fälle geschützt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt reicht ein Stirnband. Sinken die Temperaturen, ist eine Haube — optimaler Weise aus Funktionsfasern — wärmstens zu empfehlen.

Langsam auf Touren kommen

Bei nasskaltem Wetter müssen Ihre Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke noch schonender behandelt werden als üblich. Sanftes Dehnen und Aufwärmen sind daher sehr wichtig. Nach dem Sport empfiehlt sich das Dehnen in warmer Umgebung — also am besten in einem wohltemperierten Raum.

Gut sichtbar auch im Dunkeln

In der bevorstehenden Jahreszeit kann man nicht immer bei Tageslicht trainieren. Besondere Wichtigkeit kommt daher dem Gesehenwerden zu. Auf der Sportbekleidung sollen daher möglichst viele Reflektorstreifen angebracht sein.

Hören Sie auf Ihren Körper!

Es muss nicht jeden Tag und bei beißend kaltem Wind oder Frost trainiert werden. Gesundheitsschäden können unter Windeinfluss bereits ab Graden um den Gefrierpunkt auftreten. Neben der Windgeschwindigkeit müssen auch persönliche Faktoren wie Rauchen oder Durchblutungsstörungen beachtet werden. Besonders kältegefährdet sind Nase, Ohren, Finger und Zehen. Bei anhaltendem Schmerz und Verfärbung des Oberhautgewebes sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Wichtig: Sporteln Sie nicht, wenn Sie sich gesundheitlich nicht fit fühlen! Kurieren Sie sich lieber aus, und schnüren Sie erst nach vollständiger Genesung die Sportschuhe!

Eine wärmende Belohung

Nach dem Sport nasse Kleidung so rasch wie möglich gegen trockene tauschen! Unmittelbar nach Trainingsende empfiehlt sich ein heißes Bad: Das warme Wasser unterstützt die Regeneration und gibt Erkältungen kaum eine Chance. Auch ein Saunabesuch nach dem Training stärkt den Organismus und die Abwehrkräfte des Körpers und kann somit vor Erkältungskrankheiten schützen.

Kein Alkoholkonsum zum Aufwärmen

Hochprozentiges gehört bei Kälte zu den beliebtesten Getränken, nicht nur auf Skipisten, Loipen oder Wanderwegen. Doch die kurzfristige Erwärmung ist trügerisch: Alkoholika erweitern zwar die Gefäße und sorgen somit für eine bessere Durchblutung, allerdings bewirkt dieser Effekt, dass die Körperwärme rascher an die Umgebung abgegeben wird. Die Folge davon ist, dass man schneller auskühlt!

 

Text von Mag. Peter Gebetsberger
Sportwissenschafter und Abteilungsleiter von naturfreunde sports